Kolumne
BUSINESS AND HUMANITY 

// In dieser Kolumne setze ich mich mit der Vereinigung von Wirtschaft und Menschlichkeit auseinander. 


Im Ende einen Neuanfang 

Es gibt ein Bleiben im Gehen,
ein Gewinnen im Verlieren,
im Ende einen Neuanfang.

(Aus Japan)


Was heißt es, zu bleiben, wenn ich gehe?

Ist es der Mut, die Fähigkeit und Bereitschaft, alles zu erleben, während ich gehe? Alles wahrzunehmen und zu fühlen? In jedem Moment meiner Handlung? Was würde geschehen, wenn ich lerne, dies wirklich zu leben und zu erleben, wenn ich Schmerz fühle, wenn er mir widerfährt, wenn ich Freude zulasse, wenn sie mir geschenkt wird? Nicht weil ich das Eine besser finde als das Andere? Einfach nur, weil es in dem Moment so ist! Wäre es nicht befreiend, wenn ich dem nichts entgegen stellen müsste -und wenn doch - dann wäre selbst das in diesem Moment im Einverständnis mit mir.

Was bedeutet zu gewinnen im Verlieren?

Es fällt uns schwer, das Verlieren und den Moment des Scheiterns - letztlich ein Moment des Todes - in dem Maße wertzuschätzen, ja vollkommen zu akzeptieren, dass uns das innewohnende Geschenk offenbar wird. Oft brauchen wir eine längere Zeit und einen Abstand zum Geschehenen, um das, was wir daraus lernen, als Geschenk zu betrachten. Egal wie viel Zeit es braucht, ob wir gelernt haben im gegenwärtigen Moment zu erkennen oder ob es uns später bewusst wird, wir können in Mitgefühl und Akzeptanz sehen, welche Veränderung solch ein Geschehen in uns bewirkt und wohin es uns geführt hat. Wir können daraus Kraft gewinnen für unser Bleiben im Gehen.

Im Ende ein Neuanfang.

So ist das, was war, das was geht, ein Moment des Abschieds. Ein Moment der Würdigung. Ob es angenehm oder unangenehm war, ob wir es freiwillig oder unfreiwillig gehen lassen. Es geht und es ist unwiderruflich. Wir können es vermeiden zu akzeptieren, versuchen es hinauszuzögern, keinen Punkt zu setzen oder mit Widerwillen und Unglauben reagieren, aber wir können das Ende nicht ändern. Bleiben wir aber im Gehen auch am Ende, erlauben wir das Verlieren, so gewinnen wir den Moment im Neuen. Wir sind nicht mehr das, was wir eben noch waren, wir sind im Neuen mit dem, was war. Ein Wandel, der aus dem Gewesenen etwas völlig Neues, noch nie Gewesenes entstehen lässt. Darin können wir wachsen und uns ent-wickeln.

Christoph Konradi

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